Besuch Polnische Partnerschule Juni 2013

2. Besuch einer Schülergruppe von unserer polnischen Partnerschule
 
In der Woche vom 10.06. bis 15.06. 2013 konnte die Geschichte der Partnerschaft zu unserer polnischen Partnerschule fortgeschrieben werden. Bereits im September 2012 hatten wir die Einladung ausgesprochen und nun besuchten uns 20 Schülerinnen und Schüler unserer Partnerschule aus Miedzyrzec Podlaski mit 3 Betreuern.
Die Gruppe aus Polen war im Lehrlingswohnheim des Eduard-Maurer-Oberstufenzentrums in Hennigsdorf untergebracht, wo sie am Montagabend von 2 Lehrerinnen unserer Schule mit einem Abendessen empfangen wurden. Die polnischen Schülerinnen und Schüler waren sehr aufgeregt und neugierig. Viele von ihnen waren zum ersten Mal in Deutschland, obwohl sie schon seit einiger Zeit in der Schule die deutsche Sprache lernen. Allerdings lernen nicht alle polnischen Schüler als zweite Fremdsprache Deutsch, auch Russisch ist noch weit verbreitet.
Am Morgen des 11.06.2013 begrüßte eine Gruppe von ebenfalls 20 Schülerinnen und Schülern (aus den Klassenstufen 8-10) unserer Schule, im Rahmen unserer Projektwoche „Reise um die Welt“ die polnische Gruppe in unserer Schule mit Willkommensplakaten und Girlanden in den Landesfarben.
Die Schüler aus Miedzyrzec Podlaski wurden in einer kleinen Ansprache offiziell durch die Schulleiterin Frau Haase herzlich begrüßt. Kultur, Sprache und Integration sollten im Mittelpunkt dieser Besuchswoche stehen und um diese Schwerpunkte herum war ein abwechslungsreiches Programm gestrickt, das den Besuchern vorgestellt wurde.
Einige Kennenlernspiele sollten sowohl den polnischen als auch deutschen Schülern ermöglichen, die bestehenden Distanzen untereinander und die Unsicherheit gegenüber der neuen Gruppe abzubauen. Das Lernen der Namen wurde zweisprachig gestaltet und mit verschiedenen Spielen vertieft, bei denen alle Teilnehmer großen Spaß hatten.
Nach dieser ersten gemeinsamen Aktion präsentierten die Käthe-Kollwitz-Schüler stolz den Gästen ihre Schule und führten sie durch alle Bereiche des Schulgebäudes und des gesamten Schulgeländes. Hier kam auch noch die englische Sprache ins Spiel, die schließlich für alle teilnehmenden Schüler als Fremdsprache im jeweiligen Land erlernt wird.
Da an unserer Schule in dieser Woche kein regulärer Unterricht stattfand, war es auch nicht möglich, die polnischen Schüler am Unterricht unserer Schule teilhaben zu lassen. Wir schnupperten in einige Projekte und erklärten diese andere Form des Unterrichts an der Schule.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa unserer Schule erkundeten die Schüler gemeinsam das Sportgelände, dabei ergab sich die Möglichkeit für kurze Fußball- bzw. Volleyballspiele, bei denen bereits gemischte Mannschaften antraten.
Anschließend hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich ein Erinnerungsstück an ihren Besuch in Mühlenbeck anzufertigen. Es lagen Stofftaschen und Stoffmalstifte bereit und fast alle sammelten fleißig Unterschriften auf ihren Taschen und frischten dabei gleich noch einmal die Kenntnisse über die Namen aller Schüler auf.      
Während die teilnehmenden Schüler mit der Gestaltung ihrer Erinnerung an den Besuch beschäftigt waren, schrieben die Betreuer beider Nationen fleißig einen riesigen Einkaufszettel, denn am späten Nachmittag stand noch eine besondere Aktion auf dem Programm, mit der wir beim ersten Besuch unserer Partnerschule sehr gute Erfahrungen gemacht hatten.
Nach dem Einkauf begaben sich alle Teilnehmer in die Schulküche, um ein polnisch-deutsches Büffet zuzubereiten. Die polnischen Schüler und Betreuer hatten sich einige polnische Spezialitäten auf den Plan geschrieben, wie z.B. Zupa Ogórkowa, Nalesniki, Salata owocowa.

Die deutschen Schüler wollten für das gemeinsame Büffet Gerichte zubereiten, die sie besonders gern essen, wie z.B. Nudelauflauf, Bouletten, Käsesuppe, Schokopudding und einiges mehr. Unterstützung bekamen wir von einigen Eltern der deutschen Teilnehmer und von einigen Kollegen unserer Schule. Das Büffet war sehr reichhaltig und es gab niemanden, der nicht mit einem vollen Bauch den Tisch verließ.
 
Am nächsten Vormittag gestalten die Teilnehmer in kleinen gemischten Gruppen gemeinsam ein zweisprachiges polnisch-deutsches Kochbuch mit den am Vorabend zubereiteten Gerichten, so dass alle Speisen sowohl in Polen als auch in Deutschland nachgekocht werden können.
Danach stand der Mittwoch im Zeichen der Kultur. Im Wachsfigurenkabinett „Madame Tussauds“ konnten einige Stars aus Politik, Sport und Showbusiness hautnah erlebt werden. Die internationalen Stars fanden hier großen Zuspruch und wurden besonders oft fotografiert.
Die darauffolgende Freizeit am Alex wurde mit großer Begeisterung aufgenommen. Am Mittwochabend besuchten alle gemeinsam das Musical „Blues Brothers“, das in der Aula unserer Schule durch die Musical-Gruppe Glienicke aufgeführt wurde. Während den Zugaben hielt es die polnischen Besucher nicht mehr auf ihren Plätzen, sie sangen und tanzten ausgelassen mit.
 
Der nächste Tag begann mit einem Besuch des Bundesministeriums für Verteidigung in der Stauffenbergstraße. In einem Vortrag wurde deutschen und polnischen Schülern erklärt, in welchen Auslandseinsätzen sich die Bundeswehr momentan befindet und welche Aufgaben die Soldaten dort haben. Anschließend besuchten wir das Ehrenmal der Bundeswehr, das in eindrucksvoller Weise an die in der Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommenen Angehörigen der Bundeswehr erinnert.
 
Der Donnerstag-Nachmittag stand im Zeichen der polnischen und deutschen Sprache. Im Rahmen des Polnischen Tages in Deutschland fand an unserer Schule ein interaktives Quiz und Crashkurs zu Kultur, Sprache und Landeskunde des Nachbarlandes Polen statt. An der Veranstaltung nahmen 43 Schülerinnen und Schüler im Alter von 13-17 Jahren teil. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit der Polnischen Botschaft in Berlin und dem Polnischen Institut in Berlin statt. Paulina Kleiner, Trainerin des Deutsch-Polnischen Jugendwerks führte diesen Polnischen Tag an unserer Schule durch. Anhand von interaktiven Aktionen lernten die deutschen Schüler die wesentlichen Grundsätze der polnischen Sprache kennen und umgekehrt übten die polnischen Schüler die deutsche Sprache. National gemischte Paare erstellten Steckbriefe über alle Teilnehmer. Im Ergebnis waren die polnischen Schüler in der Lage einen Dialog mit einem deutschen Gesprächspartner durchzuführen und die deutschen Schüler „unterhielten“ sich auf Polnisch mit einem Schüler unserer Partnerschule.

Beim anschließenden Grillabend wurden die Kenntnisse in den Sprachen vertieft und erweitert. Eine besonders beliebte Übung war dabei das Erlernen deutscher und  polnischer Zungenbrecher und Sprichwörter.
 
Am Freitag fuhr die gesamte Gruppe noch einmal nach Berlin. Im Pergamon-Museum erhielten die polnischen Schüler und Betreuer eine Führung in ihrer Sprache, während die deutschen Schüler und Lehrer ebenfalls eine Führung durch das Museum in deutscher Sprache genießen konnten.
Vom Pergamon-Museum aus ging es zu Fuß entlang vieler Sehenswürdigkeiten an der Straße „Unter den Linden“ über das Brandenburger Tor und den Tiergarten zur Anlegestelle der Reederei Riedel am Haus der Kulturen der Welt. Von hier aus startete eine anderthalbstündige Stadtkernfahrt mit dem Schiff. Vom Wasser aus konnten viele berühmte Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt beobachtet werden.
Ein besonderer Höhepunkt war zum Abschluss unserer polnisch-deutschen Woche der Besuch des Bundestages, der uns durch die Bundestagsabgeordnete unseres Landkreises Frau Krüger-Leißner ermöglicht wurde. Sehr beeindruckend war für alle Teilnehmer, dass wir an einer Plenarsitzung teilnehmen durften. Bei der Führung durch den Reichstag wurde auf die vielen Besonderheiten hingewiesen, die mit diesem Haus verbunden sind. Beim anschließenden Besuch der berühmten Kuppel konnten wir besonders wegen des grandiosen Wetters den tollen Blick von oben auf Berlin genießen. Dieser Programmpunkt war nach einer ereignisreichen Woche nicht mehr zu toppen und stellte gleichzeitig den Abschluss dar.
Nach einem ausgiebigen Frühstück wurden die polnischen Gäste am Samstagmorgen in Hennigsdorf verabschiedet.
 
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Kati von Sivers
Verantwortliche Lehrkraft für die polnische Schulpartnerschaft
Und Projektleiterin