Besuch aus Polen

Partnerschulbesuch 2016

 

Im November 2016 empfingen wir ein weiteres Mal eine freundliche Schülergruppe aus dem Liceum Ogólnokasztalcace aus Miedzyrzec Podlaski. Seit 2010 hat sich unsere Schulpartnerschaft positiv entwickelt und die gegenseitigen Besuche zählen in jedem Jahr zu Höhepunkten eines Schuljahres.


Auch in diesem Jahr sammelten wir sehr interessante Eindrücke über die polnische Kultur und lernten das polnische Schulsystem etwas genauer kennen. Die polnischen Schüler lernten sowohl unseren Schulalltag, das Leben im Berliner Umland als auch vieles über das Leben in Berlin und die Geschichte der Hauptstadt kennen.

Der Besuch begann mit der Abholung vom Berliner Hauptbahnhof – zu diesem Zeitpunkt hatten unsere Gäste schon eine 10-stündige Reise hinter sich. Weiter ging es mit der Regionalbahn und der S-Bahn nach Hennigsdorf. Hier waren die polnischen Schüler und Betreuer wieder im Lehrlingswohnheim des Eduard-Maurer-Oberstufenzentrums untergebracht. Nach einem kurzen Kennenlernen und dem Vorstellen des Programms verabredeten wir uns für Dienstag an unserer Schule.

Wir zeigten der polnischen Gruppe unsere Schule mit all ihren Vorzügen und die Gäste zeigten sich sehr beeindruckt, von den Möglichkeiten, die sich den Schülern hier bieten. In einer entspannten Gesprächsrunde, in der die polnischen Schüler ihre Deutschkenntnisse anwenden konnten, tauschten wir uns einerseits über das polnische Schulsystem als auch andererseits über das deutsche Schulsystem und die Besonderheiten einer Gesamtschule im Land Brandenburg aus. Die vermeintliche Sprachbarriere konnte überwunden werden, indem zuweilen die englische Sprache, die ja für beide Schülergruppen als Fremdsprache gelernt wird, überwunden werden. Die Lehrkräfte, die sowohl die deutsche als auch die polnische Sprache beherrschen, mussten nur in seltenen Ausnahmen unterstützen. Ein Sprachworkshop unterstützte beim Erlernen von Anfängen der jeweiligen Muttersprache. Nach diesem „warmup“ nahmen die polnischen Schüler am normalen Unterricht in unserer Oberstufe teil, was für sie eine unvergessliche Erfahrung war, da die modernen Methoden in den polnischen Schulalltag nur langsam Einzug halten.


 

An unserer Schule, die auch den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ trägt ist im November eine Projekt-Gedenk-Woche unter dem Motto „Wider das Vergessen“ implementiert. Für unsere Gäste war es eine sehr gute Gelegenheit, mitzuerleben, wie wir mit diesem Teil der Geschichte umgehen. Es wurden deutsch-polnische Arbeitsgruppen gebildet, die sich u.a. mit der Geschichte des Konzentrationslagers Auschwitz, dem Warschauer Ghetto, der Geschichte der Juden in Krakau beschäftigten. Die Ergebnisse wurden zum Beispiel mithilfe von Plakaten und Mappen präsentiert.


Für den kulturellen Teil des Besuchs hatten wir verschiedene Höhepunkte vorbereitet. In einer 4 stündigen Stadtführung, die in polnischer Sprache stattfand, lernten die Schüler unserer Partnerschule die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins kennen. Sowohl das Holocaust-Mahnmal als auch den Berliner Dom nannten die Schüler auf die Frage, welches Bauwerk sie am meisten beeindruckt hätte. Der

 

Besuch des Reichstags zählte zu einem weiteren Superlativ. Bevor der Besuch des Reichstags mit dem Gang auf die Kuppel abschloss, nahmen wir an einer Gesprächsrunde für Schulklassen im Plenarsaal statt. Hier wurde den Schülern verdeutlicht, dass der Deutsche Bundestag anders arbeitet als das Polnische Parlament.

Berlin hat so viel Sehenswertes zu bieten, dass wir den Gästen die Möglichkeit gaben, sich für einige Aktivitäten zu entscheiden. Dadurch entstand ein buntes Programm, bei dem Jeder sein persönliches Highlight fand. Ein außergewöhnliches Erlebnis war der Besuch im Asisi-Panorama „Die Mauer“ am Checkpoint Charlie.

 

Hier konnten sich die Schüler in die Lage versetzen, wie es war, in einer geteilten Stadt zu leben. Es kamen viele Fragen sowohl zum Leben in der DDR und dem Leben im Westteil Berlins als auch zu jener Zeit in Polen. Hier fanden sehr intensive Gespräche statt, die zeigten, dass über das Interesse an der Geschichte beider Länder Barrieren abgebaut werden können.

 Einprägsam und effektvoll war der Rundgang durch das „Sealife“-Berlin und die Fahrt mit dem Fahrstuhl durch das größte Rundaquarium der Welt. Die Schüler kamen aus dem Staunen nicht raus und es wurden unzählige Fotos gemacht.



Der Besuch des „MeMu“, des Menschenmuseums, war hervorragender weiterer Höhepunkt der Reise. Obwohl dieses Museum zum Teil umstritten ist, ist es eine tolle Ausstellung für Menschen, die sich für den menschlichen Körper interessieren. Die Schüler haben sich sehr lange an den einzelnen Exponaten aufgehalten und alle Informationen übersetzt und wirken lassen.

 

 Zwischendurch gab es kurze Zeiträume, die zum Einkaufen in der Ferne genutzt werden konnten.

Die bereits vorweihnachtliche Stimmung nutzten wir, um den polnischen Gästen einen deutschen Brauch, nämlich das Plätzchen backen, näher zu bringen. In kleinen Gruppen wurde zunächst der Teig zubereitet und anschließend die Plätzchen geformt bzw. ausgestochen. Die Rezepte wurden sofort fotografiert und so manche polnische Familie wird sicherlich zu diesem Weihnachtsfest mit deutschen Vanillekipferl, Spekulatius und Zimtsternen überrascht werden.

Einen brillianten Abschluss der „Schulpartner-Woche“ war der Besuch des Musicals „Chimborasso“, das von der Musicalgruppe Glienicke in Glienicke aufgeführt wurde. Es heißt immer: „Musik verbindet“ und genau das hat sich auch hier wieder gezeigt. Die Gäste sangen und tanzten mit und wurden als „special guest“ zum Abschluss für ein Erinnerungsfoto auf die Bühne gebeten.

Diese abwechslungsreiche, beeindruckende Woche wird sicher allen Beteiligten als  unvergessliches Erlebnis  in Erinnerung bleiben.